
Nach einer kleinen Sommerpause und einer Erkältung bin ich wieder da. Und diesmal zeige ich euch meine liebsten Architekturbücher. Die Idee kam von einer Freundin:
„Lisi, zeig den Leuten doch mal, was du liest – und wie daraus ihre Häuser werden.“
Ich dachte zuerst: Vorher-Nachher-Bilder sind doch viel spannender. Aber dann wurde mir klar: Eigentlich ist es ziemlich spannend zu sehen, woher die Ideen hinter meinen Häusern kommen.
Also habe ich drei Architekturbücher ausgesucht, die mich beim Planen immer wieder begleiten. Und ich zeige euch, wie aus deren Gedanken neue Räume geworden sind.
Drei Architekturbücher, die mich beim Planen begleiten

Weg mit dem Stress, rein mit den erholsamen Räumen.
Dieses inspirierende Architekturbuch zeigt mir immer wieder wie man stressfreie Räume gestaltet die wie von selbst zur Erholung einladen.
Die Inspiration: Enge, fensterlose Gänge machen uns unbewusst mürbe. Dieses ständige „aus der Tür, vor die Wand, den Gang entlang“ erzeugt unterschwelligen Stress.
Meine Praxis: Ich versuche deshalb, Gänge wo immer es geht zu vermeiden.
Stell dir vor: Du trittst aus deiner Zimmertür und dein Blick fällt nicht auf eine Wand, sondern direkt durch ein Fenster ins Grüne. Das verändert sofort, wie sich dieser Weg durchs Haus anfühlt.
Bei einem meiner letzten Projekte haben wir einen Grundriss mit exakt 0 m² Gangfläche realisiert. (Treppenpodeste nicht mitgerechnet.)
Hier seht ihr das Obergeschoss eines umgebauten Hauses in Steyr. Der klassische Gang ist einem zentralen Schrankraum gewichen – und gleichzeitig öffnen sich immer wieder wunderschöne Blicke in den Garten. Hier gehts zu mehr Bildern vom Umbau–>



Die besten Gespräche passieren dort, wo man eigentlich nur kurz bleiben wollte.
Mein liebstes Buch – und das dickste meiner Architekturbücher, das ich tatsächlich von vorne bis hinten durchgearbeitet habe.
Die Inspiration:
Wie treffen Menschen in welchen Räumen aufeinander? Und wie müssen Räume gestaltet sein, damit gute Gespräche entstehen können?
Richtig gute Gespräche passieren nämlich oft an den absurdesten Orten: auf dem Boden, auf der Badewannenkante, am letzten Absatz einer Treppe. Oder sogar darunter.
Meine Praxis: Zum Beispiel bei dieser Treppe. Das grosse Sitzpodest das zum Teil der Treppe wird ladet davor oder sogar darunter zum Beginn der besten Alltagsgespräche ein – ganz nebenbei.
Jemand läuft die Treppe hinunter und bleibt kurz stehen. Beim Hinaufgehen fällt einem noch etwas ein. Und auf der großen Sitztreppe bleiben sowieso alle irgendwann kleben und tauschen sich aus.
Genau solche Orte liebe ich. Denn dort entstehen oft die Gespräche, die man nicht geplant hat – und manchmal auch die wichtigsten und tiefgründigsten Familiengespräche.
Nicht im perfekt eingerichteten Wohnzimmer. Sondern unter der Treppe. Auf dem letzten Treppenabsatz. Irgendwo dazwischen.
Hier gibts noch 4 Tipps wie euch die richtige Treppe den Familienpsychologen erspart;-)–>



Direkt am Fenster sitzen und den Winter draussen lassen.
Ein Klassiker, den ich allen empfehle, die Architekturbücher mögen – voller kleiner, brillanter Ideen. Ungefähr 300 Stück. Meine liebste? Die Fenster-Sitznische. Sie vervielfacht das Gefühl des Draußenseins. Man sitzt geborgen und warm im Haus – und fühlt sich trotzdem mitten im Garten.
Die Inspiration: Ich plane nicht nur wo Fenster sind, sondern wie sich das Licht über den Tag, über die Jahreszeiten und in Beziehung zum Leben der Menschen durch das Haus bewegt.
Meine Praxis: Die Sitznische direkt am Fenster.
Meine KundInnen lieben diese Panoramafenster-Sitzbänke: abends ein Buch lesen, im Winter mit einem Kaffee gemütlich dasitzen und den Schneeflocken zusehen – so sie bei uns überhaupt noch fallen. Direkt „im Garten“ sein, ohne zu frieren.
Das Projekt, das ihr hier seht, wurde gerade fertiggestellt und liegt im Norden Oberösterreichs. Hier gehts zum ganzen Umbau–>
Und genau das macht gute Architekturbücher für mich aus: Ein Gedanke bleibt nicht im Buch. Er landet irgendwann in einem Haus.


Du hast ein altes Haus, einen schönen Garten und das Gefühl, dass da eigentlich viel mehr möglich wäre?
Dann schreib mir einfach mit drei kurzen Sätze zu deinen geplanten Veränderungen – und ich zeige dir, wie dein Haus Platz schafft für das was dir ein deinem Wohn-Leben wichtig ist.
Für den besten Start in deinen Umbau bekommst du am Anfang täglich einen Teil deines Willkommenspaket. 5 Tage lang – mit Checklisten und Vorher-Nachher Beispielen. Danach alle 2 Wochen.
Du möchtest dein Haus selber planen? Mit uns ArchitektInnen an deiner Seite? Dann klicke hier–>
Hier näheres zu der Autorin des Textes:
Dr. Ing. Lisi Wieser Lisi ist Architektin, eingetragene Ziviltechnikerin und eine absolute Verfechterin der alltagstauglichen Architektur. Sie studierte an der Technischen Universität in Delft (NL) und in Wien. Seit 13 Jahren plant sie mit ihrer prämierten Plattform Architektur für Alle ausschließlich Einfamilienhäuser um und neu – eine Expertise aus über 250 geplanten Häusern, die ihr unter anderem den Frauenpreis der TU Wien 2025 einbrachte. Nach ihrer Promotion an der TU Berlin erscheint im Herbst 2026 ihr Architektur-Fachbuch im transcript Verlag. Lisi gibt ihr Wissen zudem regelmäßig als Lektorin an der TU Wien, in Fachmagazinen .